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Bärlauchwochen ab dem 17. März 2017

Bärlauch

Die Heilpflanze Bärlauch

Wenn Ende März, Anfang April die Erde erwacht, grünt der Bärlauch, der Vorbote aller Wildpflanzen. Erfahren Sie mehr über die Geschichte des Bärlauchs, seine Heilwirkung und probieren Sie neue Bärlauch-Rezepte aus.

 


Bärlauch botanisch

Bärlauch Allium ursinum L. stammt aus der Familie der Liliengewächse (Liliaceae) und ist auch unter den Volksnamen Hexenzwiefel, Waldknoblauch, wilder Knofel, Wurmlauch, Zigeunerlauch oder Zigeunerzwiefel bekannt. Damit hat man auch schon einen Hinweis auf den intensiven Geruch der Pflanze, deren Blätter optisch an Maiglöckchen erinnern. Mit seinen satten, grünen Blättern durchzieht der Bärlauch fast überall in Europa feuchte, nährstoffreiche Buchenwälder.

Außerdem hat Bärlauch seinen Namen von den Bären, die nach ihrem Winterschlaf Bärlauch fressen. Sie reinigen, entgiften und entschlacken so ihren Magen-Darm-Trakt.

 


Geschichte des Bärlauchs

Bärlauch

Die Geschichte des Bärlauch geht bis in die Jungsteinzeit zurück. In den Siedlungen des Alpenvorlandes fand man erstaunlich häufig Überreste von Bärlauch. Unter den germanischen Stämmen waren wilde Laucharten sehr geschätzt. Die jungen Blätter genossen den Ruf zur richtigen Zeit mutig zu machen und zu erhitzen, was bei kriegerischen Auseinandersetzungen von Vorteil war. Zudem sind Bärlauchblätter sehr nahrhaft und kräftigend. Die Liederhandschrift der Edda preist gleich mehrfach als vornehmste der Pflanzen den kräftig grünen Lauch, der der Erde als erstes Gewächs nach der Entmachtung der Frostriesen und dem Auftauen entsprossen sei. Im Eddalied wird empfohlen, Bär-Lauch in den Met zu legen, um etwa darin enthaltenes Gift unwirksam zu machen. Sogar eine Lauchrune hatten die Germanen, verbunden mit dem göttlichen Urgesetz, mit Krieg und Mäßigung. Sie besaß die magische Kraft, Blockiertes zu lösen, tief Eingefrorenes wieder aufzutauen und in Fluss zu bringen.


Bärlauchpflanzen ernten

Der Waldknoblauch Bärlauch wächst fast nur auf satten, humusreichen, tiefgründigen Böden. Er liebt die schattigen Stellen feuchter Laubwälder, wo er durch seinen starken Knoblauchduft schon von weitem auf sich aufmerksam macht. Die Schönheit der Pflanze besteht in ihrer gelbgrünen Farbe und bei näherem Betrachten der reichdoldigen weißen zarten sternförmigen Blumenkrone. Mit 20 – 25 cm Höhe besitzt er eine längliche, von weißen durchsichtigen Häuten umgebene Zwiebel, mit meist zwei grundständigen lanzettförmigen Blättern. Die Vermehrung erfolgt nur durch die in den Kapselfrüchten enthaltenen schwarzen Samen, die zumeist durch Ameisen verbreitet werden.

Doch Vorsicht beim Pflücken – es besteht Verwechslungsgefahr! 

Bärlauchblätter sind den giftigen Maiglöckchenblättern und den tödlich giftigen Blättern der Herbstzeitlose sehr ähnlich. Immer wieder kommt es zu Todesfällen. Der typische intensive Knoblauch – Bärlauchgeruch, der beim Zerreiben von Bärlauchblättern entsteht, kann Verwechslungen vermeiden.

Bärlauch

 


Inhaltsstoffe und Heilwirkung von Bärlauch

Ätherisches Lauchöl, Flavonoide, Vitamin C, Mineralsalze und Zucker sind üppig im Bärlauch enthalten. Durch die Sonneneinstrahlung bzw. der Photosynthese ist Bärlauch als mitteleuropäische Pflanze dem Knoblauch vorzuziehen. Außerdem wird Bärlauch eine große Heilwirkung nachgesagt. Pfarrer Künzel schrieb: „Wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut wie der Bärlauch!“ Tatsächlich hilft Bärlauch bei einigen Beschwerden: Tee aus frischem Kraut gekocht hilft bei Magen-Darm-Beschwerden, insbesondere Blähungen, Appetitlosigkeit und Schwächezuständen. Zur Vorbeugung und Linderung von Arteriosklerose, bei erhöhtem Blutdruck, Madenwürmern und auch bei Leberleiden ist Bärlauch ein sehr gutes Mittel. Bei Lungenverschleimungen wird der zähe Schleim durch den Saft des Bärlauch aufgelöst und zum Auswurf gebracht. Untersuchungen haben erwiesen, dass die Wirkung des Bärlauch auf den Darm stärker ist als auf die Gefäße. Beim Knoblauch ist es übrigens umgekehrt.

 

 

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